Auf einem kleinen Hanggrundstück oberhalb des Zürichsees entstand ein Doppelhaus bestehend aus zwei individuellen Haushälften für zwei Familien. Die maximale Ausnützung des Grundstückes führte zu einer gestaffelten, turmartig vertikalen Baumasse zweier in sich verschränkten Haushälften. Das Doppelhaus wird durch eine S-förmige Trennwand in zwei Teilhäuser gegliedert. Während sich das seeseitige Haus symmetrisch formal-repräsentativ auf den See ausrichtet, entwickelt sich das Haus auf der Hangseite als informelle, allseitige Winkelfigur mit einem privaten Garten unter einer prächtigen Platane.
Die Plastizität des Gebäudevolumens wird gemindert durch eine Gebäudehülle aus glatten Putz mit geringen Leibungstiefen und dünnen, weit auskragenden Fensterbrettern. So erhält die Fassade eine leichte, fast papierne Qualität. Im Inneren setzt sich der Eindruck papierner Zartheit fort. Membranhaft dünne Wände bilden ein ökonomisches Gefüge von Raumkammern, wobei präzise gesetzte Türen räumliche Staffelungen und Kontinuitäten ermöglichen. Im Inneren wird, wie in den Fassaden, die einfache räumliche Grundordnung mit architektonischen Einzelereignissen angereichert, hier jedoch mit dem Ziel, die Verschiedenheit der beiden Teilhäuser herauszuarbeiten. Im seeseitigen Haus wird durch eine den Lift umschliessenden eingebauten dreiläufigen Treppe der statische, symmetrisch auf den See orientierte Charakter des Hauses unterstrichen. Im hangseitigen Haus unterstreicht eine asymmetrisch bewegt geschwungene Treppe den Dreh- und Mittelpunkt von kaleidoskopisch sich geschossweise verändernder Raumbeziehungen.

2008-2010
Ort: Rüschlikon, Schweiz
Programm: Haus für 2 Familien
Bauherrschaft: Privat
Bruttogeschossfläche: 540m2
Projektstatus: Gebaut