Wie kann ein kleines Mehrfamilienhaus in einem Einfamilienhausquartier angemessen auf die Frage nach Masstab, Ausdruck und Öffentlichkeit reagieren? Das rechtwinklige Gebäudevolumen steht an der Benkenstrasse, verfügt aber an seiner Westseite über einen Knick, so dass ein gefasster besonnter Gartenraum entsteht. Die Fassaden bestehen aus einem monochromen Relief glatt verputzter Flächen und plastischer Fensterrahmungen aus gekanteten, einbrennlackierten Blechen. Die Präzision und Feinheit der gefalteten Blecharbeiten verleiht dem Haus eine fast origamiartige Körperlichkeit. Die Strassenfassade erhält durch ein zentrales Fenster besonderes Gewicht. Der Eingang wird zusätzlich durch ein zeichenhaftes Vordach und eine an eine Katze erinnernde Briefkastenanlage betont.
Hinter den präzise artikulierten Fassaden verbergen sich 5 unregelmässige, wie aus Fragmenten zusammengesetzte Grundrisse. Vor dem Hintergrund einer Struktur rückwärtig aufgereihten Raumkammern entwickelt sich die Hauptraumfigur der Wohnungen um einen zentralen, mit schwarzem Naturstein verkleideten Pfeiler. Der Pfeiler ist das räumliche Gravitationszentrum der Wohnung. Er verbindet Wohnraum, Wintergarten und Loggia zu einer einzigen inneren Raumfigur. Geschlossene und verglaste Wandelemente und Türen erzeugen eine Balance zwischen der räumlicher Totalität und membranhafter Schichtung des Tiefenraumes.

2011-2014
Ort: Binningen, Schweiz
Programm: Mehrfamilienhaus mit 5 Mietwohnungen
Bauherrschaft: Privat
Bruttogeschossfläche: 585 m2
Wettbewerb auf Einladung, 1. Preis
Projektstatus: Gebaut