Eine Zwillingsfigur aus zwei schlanken Wohnhäusern folgt städtebaulich der bisherigen strassenbegleitenden Bebauung und bildet einen neuen urbanen Mittelpunkt für die Genossenschaftssiedlung Oberstrass. Das Häuserpaar ist an seinen Enden auf drei Geschosse abgestuft und verbindet sich mit dem Massstab der angrenzenden Bebauung. Die Wohnhäuser sind drei Meter von der Verkehrsbaulinie abgerückt und bilden zusammen mit einer neuen Baumallee einen angenehm weiten, boulevardartigen Strassenraum, der auf seiner ganzen Länge von einer durchgehenden Ladenfront begleitet wird. Hier befinden sich neben Cafés und Läden die Geschäftsstelle der Wohngenossenschaft und die Kinderkrippe. Eine grosszügige Raumfigur aus Essbereich, Küche und Eingangsbereich bildet entlang eines Panoramafensters den gemeinschaftlichen Mittelpunkt der Wohnung. Von dort erstreckt sich der Wohnraum mit den angrenzenden Schlafzimmern zur ruhigen Westseite mit Blick auf die Stadt, den See und das Alpenpanorama. Auf dem nördlichen Haus befindet sich die sonnige windgeschützte Gemeinschaftsterrasse. Von hier aus können die Bewohner einen phantastischen See- und Alpenblick geniessen. Die Fassaden sind verputzt und werden durch zarte horizontale Storenkästen aus lackiertem Blech. Die Individualität der einzelnen Wohnung in der Fassade bleibt ablesbar. Dabei erinnert die rhythmische Gliederung der Fassaden an eine musikalische Partitur. So gelingt es, der Grösse des Hauses einen menschlichen Massstab zu verleihen und eine Balance zu finden, zwischen der Individualität der Bewohner und dem Gemeinsinn eines grossen Hauses.

2016
Ort: Zürich, Schweiz
Programm: 140 Wohnungen, Kinderkrippe, Gewerbe- und Dienstleistungsflächen
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Oberstrass BGO Zürich
Bruttogeschossfläche: 14’700 m2
Baukosten: 80.0 Mio. CHF
Wettbewerb im selektiven Verfahren 2016
Projektstatus: Nicht gebaut