Das kooperative Wohnhaus San Riemo vereint die Flexibilität eines Loftgebäudes mit der urbanen Präsenz eines Palazzo. Ziel ist, die lokale Utopie der Kooperative Grossstadt mit einer optimistischen Geste in die Stadt hinaus zu tragen. Herzstück des neuen gemeinschaftlichen Wohnmodells ist der „Portego“, ein dem venezianischen Palazzo entlehnter durchgesteckter Hallenraum, der zugleich gemeinschaftliche Wohnhalle, Erschliessungsraum und Loggia ist. Der Portego wird zur Piazza, zu dem sich die angrenzenden Wohnungen über Doppeltüren hin öffnen können. An warmen Tagen lässt sich der Portego über eine faltbare Verglasung zum Aussenraum öffnen. Im Portego befindet sich eine Gemeinschaftsküche, eine Loggia und viel Fläche zum Bespielen durch die Bewohnergemeinschaft. Das Erdgeschoss ist als offene Werkstattstruktur mit Café, Bibliothek, Co-working Spaces konzipiert. Hier kann man sich niederlassen, um zu arbeiten, zu lesen, oder um eine Kaffee zu trinken. Die Erscheinung von San Riemo wird von einer zeichenhaft gestreiften Schaufassade bestimmt. Die mehrgeschossige „Loggia“ bildet den visuellen Mittelpunkt der Hauptfassade und verleiht ihr - in Übereinstimmung mit dem mutigen, utopischen Ideal der Genossenschaft Grossstadt - einen Hauch von Monumentalität. Die Längsfassaden bestehen aus vorgehängten Brüstungsbändern aus durchgefärbten Faserzementplatten.

2017
Ort: München, Deutschland
Programm: Wohnungen für verschiedene gemeinschaftliche und konventionelle Wohnformen, Gemeinschaftsbereich, Ausbildungswerkstatt, Dachgarten und -küche
Bauherrschaft: Kooperative Grossstadt eG Baugenossenschaft, München
Bruttogeschossfläche: 4850 m2
Offener Realisierungswettbewerb, 3. Preis, 2. Rang nach Überarbeitung
Projektstatus: Nicht gebaut